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Musical „Der Zauberer von Oz“ als zauberhaftes Spektakel in der Realschule

 

musicalEs war ein gewaltiges Unterfangen, an das sich bereits im letzten Schuljahr ein Lehrerteam der Realschule heranwagte: Das Theaterstück „Der Zauberer von Oz“, entstanden nach einem bekannten Kinderroman, sollte mit der Musik aus der Hollywood- Verfilmung von 1939 auf die Bühne gebracht werden. Das Projekt bekam man nun als pfiffige Musicalversion mit einem Aufgebot von 80 Mitwirkenden in der Aula der Realschule zu sehen, von Musiklehrer Andi Miecke zusammen mit seinem Kollegen Markus Jung zum Teil neu komponiert und arrangiert.

Obwohl ein Märchenstoff, sprach das Geschehen doch gerade vielen Schülern aus der Seele, denn man hat es schon nicht leicht: All die Fragen, die einen bewegen und oft auch von den Erwachsenen nicht beantwortet werden können.

Davon weiß die kleine Dorothy (Nina Grünwald)ein Lied zu singen. Doch als sie bei einem kräftigen Wirbelsturm in das magische Land, wo der Regenbogen beginnt, getragen wird, begreift sie: Man kommt mit seinen Fragen und Ängsten am besten zurecht, wenn man selbst die Initiative ergreift. Sie stellt sich mutig allen Herausforderungen, die dieses abenteuerliche Land Oz  mit dem wunderlichen Zauberer (Melanie Schlesinger) für sie bereit hat. Dabei sieht es erst gar nicht so aus, dass dies alles gelingen könnte, denn ihre drei Begleiter scheinen ihr kaum helfen zu können. Was will man schließlich mit einer bezaubernd naiven Vogelscheuche (Nathalie Schwab), die „nur Stroh im Hirn hat“, einem Blechmann ohne Herz (Simon Sayer) und einem Löwen ohne jeden Mut (Marlene Sterflinger) anfangen? Doch auf ihrem Weg durch das Land Oz erfahren die drei liebenswerten Freunde, dass, wenn man zusammenhält, jeder einzelne viel mehr kann, als er sich selbst zugetraut hätte. So entpuppt sich schließlich der Zauberer als verkorkster Blender und  Dorothy muss erst die böse Hexe des Westens (Maja Wöllzenmüller) besiegen und ihre eigenen Stärken erkennen, um mittels ihrer roten Schuhe die Rückreise zu schaffen.

Man kann sich der variationsreichen Soundkulisse des Musicals kaum entziehen, intoniert von 17 Instrumentalisten, dem frischen Chor der Klasse 6c und den hervorragenden Gesangssolisten, welche die Songs der Hauptpersonen übernahmen: Mal melodisch gefühlvoll wie in „Somewhere over the rainbow“, mal imposant klangvoll wie beim Blechmann, mal sogar mit Kuhglocken werden die Sehnsüchte und Emotionen von Dorothy und ihren Freunden akzentuiert. Allrounder Andi Miecke hatte dazu abwechslungsreich malerische Szenen auf dem Gaze- Hintergrund entstehen lassen, wie einen Spiralwirbelsturm, die gelbe Backsteinstraße oder die grün- goldne Silhouette der Smaragdstadt. Den zauberhaften Gesamteindruck rundeten die phantasievollen Kostüme ab, ob Vogelscheuche, niedliche Winkies oder böse Hexe.

Lyman Baum schrieb das Buch, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen zu erfreuen. Das ist mit dieser humorvollen, berührenden und begeisternden Aufführung des Realschulensembles rundherum gelungen, was man schon dem gebannten Mitgehen der Zuschauer entnehmen konnte. Der nicht enden wollende Schlussapplaus galt dem gesamten Team, allen voran den beiden Regisseurinnen Martina Staar und Sabine Groß sowie der musikalischen Leitung unter Andreas Miecke und Susi Sirtl.

Erika Fischer